Zürcher Kantonalbank: KI für NDA- & DPA-Vertragsprüfung

Eine der grössten Kantonalbanken der Schweiz – und eine der ersten Banken weltweit, die Legal AI in der Vertragsprüfung einsetzt. Wie die ZKB NDA- und DPA-Prüfungen von Legal Counsel ins Procurement verlagert hat.
Company:
Zürcher Kantonalbank
Industry:
Banken & Finanzdienstleistungen
Founded:
1870
2
Vertragsarten automatisiert (NDA, DPA)
Procurement
Prüft Verträge eigenständig
Strategisch
Fokus zurückgewonnen für Legal Counsel
First-Mover
Unter Schweizer Banken bei Legal AI

Zürcher Kantonalbank: Eine Pionierbank im KI-Zeitalter

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist eine der grössten Kantonalbanken der Schweiz und eines der bedeutendsten Finanzinstitute des Landes. Als eine der ersten Banken überhaupt setzt Legal & Compliance der ZKB künstliche Intelligenz in der Vertragsprüfung ein – ein klares Signal: Rechtsabteilungen müssen sich digitalen Werkzeugen öffnen, gerade wegen der hohen regulatorischen Anforderungen im Bankgeschäft, nicht trotz ihnen.

Als das Legal-Team erkannte, dass Kapazität für strategische, geschäftskritische Themen freigespielt werden muss, entschied es sich für KI-Unterstützung – um hochvolumige, wenig differenzierende Vertragsprüfungen zu standardisieren und ans Procurement zu verlagern.

Im Überblick:

  • Eine der grössten Kantonalbanken der Schweiz, gegründet 1870
  • Eine der ersten Banken weltweit, die Legal AI in der Vertragsprüfung einsetzt
  • Use-Case-Start: NDAs und Data Processing Agreements (DPAs)
  • Prüfungen verlagert von spezialisierten Legal Counsels ins Procurement

Die Herausforderung: Hohes Volumen, hohe Compliance, knappe Ressourcen

Die Rechtsabteilung kann in einer stark regulierten Bank unmöglich jeden Vertrag persönlich prüfen. Qualitäts- und Compliance-Standards sind nicht verhandelbar – die Kapazität jedoch begrenzt. Das Business muss standardisierte Verträge selbst handhaben können, ohne dass dabei die regulatorisch geforderte Latte sinkt.

1. Kapazitätsengpass: Spezialisierte Legal Counsels waren mit hochvolumigen, wenig differenzierenden Verträgen (NDAs, DPAs) gebunden, die ihre volle Expertise gar nicht erforderten.

2. Standardisierungslücke: Manuelle Prüfungen hingen an individueller Auslegung. Einheitliche Qualität liess sich nur mit aufwändigen Schulungen und laufenden Kontrollen erreichen.

3. Compliance-Druck: Banken stehen unter ständigem Kosten- und Effizienzdruck, während die Compliance-Anforderungen besonders hoch sind. Abkürzungen sind ausgeschlossen.

4. Kulturelle Hürde: Die meisten User hatten noch nie mit vergleichbarer KI-Software gearbeitet. Vertrauen in automatisierte Prüfprozesse muss schrittweise aufgebaut – und kontinuierlich gepflegt – werden.

5. Strategische Überlastung: Wenn Legal Counsels mit Routineprüfungen beschäftigt sind, fehlt die Kapazität für die wirklich geschäftskritischen, strategischen Rechtsfragen.

Die Lösung: KI-gestützte NDA- & DPA-Prüfung in drei Schritten

Gemeinsam mit Legartis hat die ZKB einen strukturierten KI-gestützten Prüfprozess für NDAs und DPAs aufgesetzt – so konzipiert, dass Procurement-Spezialist:innen ohne juristische Ausbildung Prüfungen eigenständig durchführen können, während firmenspezifische Vorgaben automatisch durchgesetzt werden.

Schritt 1 – Bedarfsanalyse & Prozessdesign
Bevor Tools evaluiert wurden, analysierte die ZKB Bedürfnisse, Arbeitsmethoden und Prozesse. Die LegalTech-Lösung wurde so ausgewählt, dass sie zu bestehenden Abläufen passt – nicht umgekehrt.

Schritt 2 – Playbook-Standardisierung
Firmenspezifische Vorgaben für NDAs und DPAs wurden in Playbooks erfasst. Was vorher intensive Schulungen und manuelle Kontrollen verlangte, läuft nun automatisch – mit konsistenter Qualität über jede Prüfung hinweg.

Schritt 3 – Self-Service-Prüfung durch Procurement
Procurement-Spezialist:innen führen NDA- und DPA-Prüfungen eigenständig durch, mit Playbook-Anleitung. Legal Counsels schalten sich nur bei Fällen dazu, die ausserhalb des Playbooks liegen – etwa wenn Verhandlungen nicht innerhalb der definierten Parameter geführt werden können.

Ergebnisse: Was sich wirklich verändert hat

Standardisierte Prüfung für NDAs und DPAs
Zwei hochvolumige Vertragsarten laufen heute durch einen automatisierten, konsistenten Prozess. Qualität wird über das Playbook gesichert – nicht über individuelle Auslegung.

Procurement prüft eigenständig
Spezialist:innen ohne juristische Ausbildung übernehmen Vertragsprüfungen auf gleichem Qualitätsniveau wie zuvor – ohne Qualitätsverlust, ohne Abstriche bei der Compliance.

Legal Counsels für strategische Arbeit freigespielt
Das Legal-Team konzentriert sich auf wirklich geschäftskritische Themen und unterstützt Procurement nur bei Verhandlungen ausserhalb der Playbook-Parameter.

First-Mover-Position unter Banken
Die ZKB ist eine der ersten Banken überhaupt, die KI für die juristische Vertragsprüfung einsetzt – ein klares Signal an die Finanzindustrie zur Rolle von LegalTech.

Kultureller Wandel hin zum digitalen Recht
Pilot-User wechselten rasch von anfänglicher Skepsis zu Vertrauen. Der Übergang von „Ich muss jeden Vertrag selbst lesen" zu „Die KI hat das schon gemacht" ist real – und läuft weiter.

Fundament für weitere Use Cases
NDAs und DPAs waren der bewusste Einstiegspunkt. Lizenzverträge und branchenspezifische Vertragstypen folgen.

„Banken stehen unter stetem Druck, ihre Prozesse zu vereinfachen, effizienter zu werden und Kosten zu senken – während die Compliance-Anforderungen besonders hoch sind. Das Potenzial von LegalTech- und KI-Lösungen zu erkennen und zu nutzen, ist deshalb Pflicht eines jeden Legal Service."

— Dr. Tom Fischer, General Counsel, Zürcher Kantonalbank

Implementierungs-Learnings: Was Tom Fischer anderen General Counsels mitgibt

Mit dem Prozess starten, nicht mit dem Tool
Die ZKB hat zuerst Bedürfnisse, Methoden und Prozesse analysiert – und dann erst LegalTech-Lösungen evaluiert. Tools, die zu bestehenden Abläufen passen, setzen sich durch; andere bleiben ungenutzt.

Kultureller Wandel muss begleitet werden
KI ist für die meisten User neu. Vertrauen in automatisierte Prüfungen wächst über Zeit, nicht am ersten Tag. Kontinuierliche Begleitung zählt mehr als der Rollout selbst.

Den richtigen Partner mit echter Nähe wählen
Für die ZKB waren entscheidend: der hervorragende Ruf von Legartis in der LegalTech-Branche, ein intuitives User Interface, Developer/Engineers in Zürich sowie die Flexibilität bei der Bedürfnisabdeckung.

Dort beginnen, wo der Mehrwert am höchsten ist – nicht das Risiko
NDAs und DPAs sind hochvolumige, wenig differenzierende Vertragsarten. Perfekt, um erste Erfahrung und Vertrauen zu sammeln, bevor komplexere Verträge folgen.

Die Entwicklung von Legal AI bei der ZKB: Wo die Bank steht – und wohin die Reise geht

Stufe 1 – Papierakten und manuelle Prüfung (Vergangenheit)
Bis vor kurzem führten Teile von Legal & Compliance noch Papierakten. Prüfungen hingen vollständig an einzelnen Jurist:innen.

Stufe 2 – KI-gestützte Standardvertragsprüfung (Heute)
NDAs und DPAs werden vom Procurement mit playbook-gestützter KI geprüft. Legal Counsels übernehmen nur Ausnahmen und Strategie.

Stufe 3 – Erweiterung und branchenspezifische Verträge (Nächster Schritt)
Lizenzverträge und bankspezifische Vertragstypen folgen – gemeinsam mit Legartis auf demselben Fundament entwickelt.

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