Wenn der KI-Agent den Vorgang führt

10.9.2026
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Nicole Schnetzer

Ein KI-Agent nimmt deiner Rechtsabteilung Arbeit ab, wenn drei Dinge stimmen: der Standard, gegen den er prüft, die Grenze, an der er aufhört, und die Person, die dann entscheidet. Hier erfährst du, wie du alle drei setzt, was der EU AI Act dazu verlangt und wer haftet, wenn der Agent falsch liegt.

Ein Chatbot beantwortet eine Frage. Ein KI-Agent bekommt einen Auftrag und liefert ein Ergebnis. Zwischen diesen beiden Sätzen liegt der ganze Unterschied, und er ist grösser, als die Anbieterseiten vermuten lassen.

Denn sobald ein Agent nicht mehr antwortet, sondern handelt, stellen sich Fragen, die beim Chatbot nie aufkamen. Wo hört er auf? Wer gibt frei, wenn er an eine Grenze stösst? Wer trägt die Verantwortung, wenn er falsch liegt? Und woran erkennst du, ob er gut arbeitet, bevor der erste Fehler auffällt?

Ein Legal Agent ist ein auf juristische Arbeit spezialisierter KI-Agent: Er erhält nicht nur eine Frage, sondern bearbeitet einen Auftrag über mehrere Schritte. Wie Legartis den eigenen aufgebaut hat, steht auf der verlinkten Seite. Hier geht es um die Kategorie, und am besten lassen sich die Fragen oben an einem einzigen Vorgang beantworten, so wie er in einer Rechtsabteilung jede Woche vorkommt.

Was einen KI-Agenten in der Rechtsabteilung vom Chatbot unterscheidet

Ein KI-Agent in der Rechtsabteilung übernimmt einen juristischen Ablauf über mehrere Schritte, arbeitet dabei nach den Standards des Unternehmens und legt alles, was ausserhalb dieser Standards liegt, der zuständigen Person vor. Drei Merkmale machen den Unterschied zum Chatbot aus, und keines davon ist die Sprachfähigkeit.

Erstens der Auftrag. Einem Chatbot stellst du Fragen, eine nach der anderen, und koordinierst die Schritte selbst. Einem Agenten beschreibst du einmal den Ablauf. Danach erkennt er, was zu tun ist, und arbeitet die Schritte ab, ohne dass jemand jeden einzelnen auslöst.

Zweitens der Standard. Ein generischer Chatbot erzeugt seine Antwort aus Modellwissen, Eingabe und dem Kontext, den du ihm gerade mitgibst. Ein KI-Agent in der Rechtsabteilung lässt sich zusätzlich an verbindliche Vorgaben binden: an Playbooks, Vorlagen, Positionen und definierte Entscheidungsregeln. Erst diese Bindung sorgt dafür, dass er jeden Fall gleich bewertet, egal wer ihn einreicht und wie voll die Woche ist. Von sich aus tut das kein Agent, du richtest es ein.

Drittens die Grenze. Ein Chatbot antwortet immer. Ein Agent muss wissen, wann er nicht entscheidet. Diese Grenze legst du fest, und sie ist der wichtigste Teil der Einrichtung.

Die ersten beiden Merkmale erklären Beratungen, Fachmedien und Anbieter inzwischen ähnlich. Das dritte bleibt in fast allen Texten abstrakt: «der Mensch behält die Kontrolle», «Eskalation bei Bedarf», «innerhalb definierter Leitplanken». Alles richtig, nichts davon einstellbar. Um die Grenze in ihrer konkreten Form geht es weiter unten, mit Zahl, Rolle und Begründung.

Chatbot gegen KI-Agent: Frage und Antwort gegen Auftrag, Standard und Grenze

Ein Vorgang von Anfang bis Ende: die Einkaufsbedingungen eines Kunden

Der Vertrieb steht vor einem Abschluss. Der Kunde will nicht zu euren Bedingungen kaufen, sondern zu seinen, und schickt seine Einkaufsbedingungen mit. Ohne Agent landet das Dokument als E-Mail bei Legal, wartet dort auf einen freien Moment und blockiert den Abschluss so lange.

Mit Agent läuft derselbe Vorgang in sechs Schritten.

Schritt 1, Legal beschreibt den Ablauf einmal. Gegen welches Playbook fremde Einkaufsbedingungen geprüft werden, welche Abweichungen der Vertrieb selbst annehmen darf, ab welcher Haftungssumme jemand aus Legal oder Finance mitentscheidet. Danach steht die Regel, und niemand muss sie beim nächsten Fall wiederholen.

Schritt 2, der Vertrieb reicht ein. Die Vertriebsmitarbeiterin lädt das Dokument in ihren eigenen Arbeitsbereich. Ob Legal das sehen muss, braucht sie nicht zu beurteilen. Der Agent erkennt, was er vor sich hat: fremde Einkaufsbedingungen, Verkaufsgeschäft, zuständiges Playbook.

Schritt 3, der Agent arbeitet ab. Er prüft jede Klausel gegen den Standard. Zahlungsziel, Gewährleistung, Gerichtsstand, Vertragsstrafe, Haftung. Was innerhalb der freigegebenen Positionen liegt, markiert er als annehmbar. Wo eine Rückfallposition existiert, formuliert er den Gegenvorschlag im Wortlaut des Playbooks.

Schritt 4, eine Klausel überschreitet die Grenze. Der Kunde verlangt Haftung ohne Obergrenze. Dafür hat Legal keine Freigabe erteilt, also entscheidet der Agent hier nicht. Er stoppt den Punkt und reicht ihn an die Person weiter, die dafür zuständig ist, zusammen mit zwei Angaben: welche Grenze verletzt ist und welche Anforderung aus dem Playbook dahintersteht. Alles andere im Dokument läuft weiter.

Schritt 5, der Vertrieb bekommt die Unterlagen. Zurück kommen die kommentierten Bedingungen mit den Gegenvorschlägen, ein kurzer Vermerk zu jeder Änderung und der Hinweis, dass die Haftungsfrage noch bei Legal liegt. Mit allem anderen kann die Vertriebsmitarbeiterin sofort zum Kunden.

Schritt 6, der Monatsbericht zählt nach. Wie viele fremde Bedingungen eingegangen sind, wie oft die Haftungsgrenze überschritten wurde und welche Klauseln am häufigsten aus dem Standard fallen. Der Bericht läuft nach Zeitplan, ohne dass ihn jemand anstösst.

Der Mechanismus ist nicht auf Verträge beschränkt. Fragt das Marketing, ob eine Werbeaussage wettbewerbsrechtlich haltbar ist, bekommt es die Einschätzung und eine Formulierung, die innerhalb der hinterlegten Positionen liegt. Erst wenn die Frage darüber hinausgeht, sieht Legal sie überhaupt. Verträge sind eine mögliche Arbeitsgrundlage für einen Agenten in der Rechtsabteilung, und für viele Teams die wichtigste. Derselbe Ablauf aus Auftrag, Standard und Grenze trägt aber auch Recherche, Compliance-Fragen, Berichte und interne Anfragen.

Wo der Agent aufhört: Schwelle, Rolle, Begründung

Die Grenze eines KI-Agenten in der Rechtsabteilung besteht aus drei Teilen: einer Schwelle, ab der nicht mehr automatisch entschieden wird, einer benannten Rolle, die dann entscheidet, und der Begründung, die der Agent mitliefert. Fehlt eines der drei, ist die Grenze keine.

Die Schwelle ist eine Zahl oder ein Zustand. Haftung über einem festgelegten Vielfachen des Auftragswerts. Haftung ohne Obergrenze. Ein Gerichtsstand ausserhalb der freigegebenen Länder. Eine Vertragsstrafe, die das Playbook nicht kennt. Jede dieser Schwellen lässt sich prüfen, ohne dass jemand interpretieren muss.

Die Rolle ist eine Person, keine Abteilung. «Juristische Prüfung erforderlich» ist keine Kontrolle. «Haftung ohne Obergrenze geht an den Head of Legal, Haftung über dem Schwellenwert an die CFO, abweichender Gerichtsstand an die zuständige Legal Counsel» ist eine. Nur so weiss die Person, die den Vorgang einreicht, wo er hängt. Und nur so lässt sich später zeigen, wer entschieden hat.

Die Begründung gehört zur Vorlage. Der Agent legt nicht nur die Klausel vor, sondern die Grenze, die sie überschreitet, und die Anforderung, gegen die sie verstösst. Wer freigibt, liest zwei Zeilen und entscheidet. Wer später fragt, findet dieselben zwei Zeilen im Verlauf.

Dazu kommt eine vierte Sache, die im ganzen Feld kaum vorkommt: die Frage, wie gut der Agent unterhalb der Schwelle arbeitet. Alles, was er selbst entscheidet, entscheidet er ohne dich. Ein pauschales Genauigkeitsversprechen hilft dir dabei nicht weiter. Du willst pro Anforderung sehen, wie zuverlässig er sie erkennt und bewertet, denn nur so weisst du, welche Schwellen du enger ziehen musst. Wie sich Qualität pro Anforderung messen lässt, steht auf unserer Seite zur KI-Qualität. Was eine Rechtsabteilung darüber hinaus nachweisen können muss, haben wir im Artikel Wenn Legal AI handelt beschrieben.

Ein Vorgang mit Schwelle, Rolle und Begründung: Einkaufsbedingungen, Prüfung gegen Playbook, Gegenvorschläge, Freigabe durch den Head of Legal, Verlauf

Fällt ein KI-Agent in der Rechtsabteilung unter den EU AI Act?

Ein KI-Agent, der Verträge gegen Unternehmensstandards prüft und Abweichungen weiterleitet, fällt nach heutigem Stand in keine der Hochrisiko-Kategorien des EU AI Act. Die Verordnung gilt trotzdem für ihn, mit Pflichten, die deutlich leichter wiegen. Und sie hält eine Falle bereit, die in der Rechtsabteilung schnell zuschnappt.

Die Verordnung ordnet KI-Systeme nach Risiko. Verboten sind wenige, etwa Social Scoring oder Emotionserkennung am Arbeitsplatz. Als Hochrisiko gelten die Bereiche aus Anhang III: kritische Infrastruktur, Bildung, Beschäftigung, Zugang zu wesentlichen Leistungen wie Kredit und Versicherung, Strafverfolgung, Migration, Rechtspflege. Die Prüfung von Lieferantenverträgen, Einkaufsbedingungen oder Geheimhaltungsvereinbarungen steht dort nicht.

Die Falle heisst Beschäftigung. Anhang III nennt Systeme, die Entscheidungen über Beschäftigte treffen oder wesentlich beeinflussen: Einstellung und Auswahl, Beförderung, Kündigung, die Zuteilung von Aufgaben auf Grundlage individuellen Verhaltens oder persönlicher Merkmale, die Bewertung von Leistung und Verhalten. Ein Agent, der Arbeitsverträge gegen das Playbook prüft, arbeitet an Dokumenten. Ein Agent, der bewertet, ob eine bestimmte Person gekündigt werden soll, arbeitet an einem Menschen. Der zweite Fall ist Hochrisiko, der erste nach unserer Lesart nicht.

Die Verordnung kennt in Artikel 6 Absatz 3 Ausnahmen für Systeme in einem Anhang-III-Bereich, etwa für eng begrenzte prozedurale Tätigkeiten oder für vorbereitende Schritte vor einer Bewertung. Diese Ausnahmen sind eng auszulegen. Entscheidend ist, ob das System das Ergebnis der Entscheidung materiell beeinflusst, und sobald es Profiling natürlicher Personen betreibt, greift keine der Ausnahmen. Wo dein Agent Personalthemen berührt, ziehst du diese Linie also nicht nach Gefühl, sondern prüfst sie mit deiner Rechtsberatung und dokumentierst das Ergebnis.

Was für jeden Agenten gilt. Wer KI im Unternehmen einsetzt, muss nach besten Kräften dafür sorgen, dass die Menschen, die damit arbeiten, ausreichend KI-Kompetenz haben. Das gilt unabhängig von der Risikoklasse. Für die Rechtsabteilung heisst das: Wer Vorgänge an den Agenten gibt oder seine Vorlagen freigibt, muss wissen, was er kann, was er nicht kann und wo seine Grenze liegt.

Was zusätzlich gilt, wenn Hochrisiko doch greift. Dann treffen den Betreiber Pflichten zu menschlicher Aufsicht, zur Nutzung nach der Gebrauchsanweisung, zur Protokollierung und zur Überwachung des Betriebs. Auch dafür ist die Grenze mit Schwelle, Rolle und Begründung die halbe Antwort. Sie ist menschliche Aufsicht, in Regeln gegossen.

Die Fristen haben sich 2026 verschoben. Mit dem Digital Omnibus, der Verordnung (EU) 2026/1744 vom Juli 2026, gelten die Pflichten für Hochrisiko-Systeme aus Anhang III ab dem 2. Dezember 2027, für KI in regulierten Produkten nach Anhang I ab dem 2. August 2028. Die Pflicht zur KI-Kompetenz und die Verbote gelten schon heute. Welche Pflicht deinen Agenten wann trifft, prüfst du zum Zeitpunkt der Einführung mit deiner Rechtsberatung, nicht aus einem Artikel. Die richtige Frage lautet dabei nicht «Ist unser Agent Hochrisiko?», sondern «An welcher Stelle unserer Abläufe berührt er Entscheidungen über Menschen?».

Wer haftet, wenn der Agent falsch liegt?

Ein KI-Agent haftet nicht. Er ist kein Rechtssubjekt, sondern ein Werkzeug, und die Verantwortung für das, was mit seiner Hilfe entschieden wird, bleibt im Unternehmen. Für die Rechtsabteilung ist das keine schlechte Nachricht, sondern eine Arbeitsanweisung.

Denn in der Praxis beantwortet sich die Haftungsfrage über eine andere: Kann das Unternehmen zeigen, dass es den Agenten sorgfältig eingesetzt hat? Sorgfalt heisst hier dreierlei. Der Agent hatte ein klares Mandat, also eine Beschreibung, was er darf und was nicht. Die Grenze war gesetzt, und Fälle darüber gingen an eine benannte Person. Und jede Entscheidung, die der Agent selbst getroffen hat, lässt sich zurückverfolgen: auf welche Anforderung sie sich stützt, welche Stelle im Dokument sie betrifft, was gegebenenfalls korrigiert wurde.

Gegenüber der Gegenpartei ändert sich nichts. Wer Einkaufsbedingungen akzeptiert, ist daran gebunden, ob der Vorschlag von einer Juristin oder einem Agenten kam. Umso wichtiger, dass der Vertrieb weiss, was er selbst annehmen darf, und dass diese Vollmacht dokumentiert ist. Der Agent wendet sie in jedem Vorgang gleich an, und genau das macht sie belastbar. Liegt der Fehler dagegen im System selbst, etwa weil es eine Klausel systematisch falsch liest, stellt sich die Frage nach der Verantwortung des Anbieters. Auch dafür brauchst du den Verlauf: ohne Nachweis, was der Agent in welchem Fall entschieden hat, keine Zuordnung.

Was du festlegst, bevor der erste Vorgang läuft

Fünf Festlegungen entscheiden, ob ein KI-Agent in der Rechtsabteilung Arbeit abnimmt oder Arbeit erzeugt. Alle fünf triffst du vor dem ersten Vorgang, und keine davon ist technisch.

Der Standard. Wogegen prüft der Agent? Ein Playbook mit den Positionen und Rückfallpositionen deines Unternehmens ist die Messlatte für alles, was folgt. Ohne Standard stützt sich der Agent auf Modellwissen, Eingabe und verfügbaren Kontext statt auf verbindliche Unternehmenspositionen. Wie ein solches Playbook entsteht, zeigt der Contract Playbook Creator.

Die Grenze. Schwelle, Rolle, Begründung. Lieber zu Beginn eng und dann schrittweise weiter, als umgekehrt.

Der Kreis. Wer darf Vorgänge einreichen, wer sieht welche Ergebnisse, wer darf Vorlagen ändern? Fachbereiche arbeiten am besten in einem eigenen Raum mit den Vorgaben, die für sie gelten, und ohne Zugriff auf alles andere.

Das Gedächtnis. Was darf der Agent aus abgeschlossenen Vorgängen lernen, und für wen gilt das Gelernte? Eine Korrektur der Legal Counsel sollte in künftige Prüfungen einfliessen. Ein privates Gespräch mit dem Agenten sollte privat bleiben. Diese Trennung legst du fest, bevor der Agent etwas gelernt hat.

Der Bericht. Welche Zahlen willst du am Monatsende sehen? Anzahl Vorgänge, Anteil ohne Eskalation, die Klauseln mit den häufigsten Abweichungen. Der Bericht ist kein Beiwerk, sondern das Instrument, mit dem du Grenze und Standard nachziehst. Was solche Berichte über den ganzen Vertragsbestand zeigen, steht bei Contract Insights.

Autonomie-Spektrum eines KI-Agenten von Selbst handeln bis Stoppen

Was passiert mit den Anfragen aus dem Business?

Die grösste Veränderung durch einen KI-Agenten in der Rechtsabteilung spürt nicht Legal, sondern der Vertrieb, der Einkauf und das Marketing. Ihre Anfragen warten nicht mehr in einem Postfach. Sie werden bearbeitet, sofort, nach den Regeln, die Legal gesetzt hat.

In Gesprächen mit Rechtsabteilungen hören wir immer dasselbe Muster. Wenige Personen im Unternehmen prüfen wirklich. Viele wollen nur nachschauen: Dürfen wir das unterschreiben, gilt unsere Vorlage, was bedeutet diese Klausel. Für diese vielen ist ein Ticket an Legal eine Hürde, und die Hürde führt dazu, dass Dokumente ungeprüft rausgehen. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil der Abschluss nicht warten konnte.

Ein Agent mit sauberer Grenze löst genau diesen Fall. Der Fachbereich bekommt sofort ein Ergebnis, das innerhalb der Vorgaben von Legal liegt. Legal sieht nur noch, was eine Entscheidung braucht, und im Bericht, wie viel ohne sie gelaufen ist. Damit hört Legal auf, die Station zu sein, um die man herumarbeitet. Die Hand über Grenze und Standard behält Legal trotzdem, sogar fester als vorher, weil beides jetzt in jedem Vorgang gleich gilt.

Der Anteil der Vorgänge, die vollständig ohne Eskalation durchlaufen, ist deshalb die interessanteste Zahl im Monatsbericht. Sie misst nicht, wie schnell der Agent ist, sondern wie viel Rechtsarbeit dein Unternehmen inzwischen ohne zusätzliche Stelle erledigt.

Fazit: Der Agent führt aus, du setzt den Standard

Ein KI-Agent in der Rechtsabteilung ist kein besserer Chatbot. Er ist eine andere Sache, mit anderen Fragen. Die entscheidende lautet nicht, was er alles kann, sondern wo er aufhört und wer dann übernimmt.

Wer diese Grenze mit Schwelle, Rolle und Begründung setzt, den Standard in ein Playbook schreibt und die Qualität pro Anforderung misst, hat die Voraussetzungen erfüllt, die der EU AI Act, die Haftungsfrage und die interne Revision gleichermassen stellen. Der Rest ist Ausführung. Und Ausführung ist genau das, was der Agent übernimmt.

Wie das im Legal AI Workspace aussieht, zeigt der Legal Agent von Legartis. Wenn du den Vorgang aus diesem Artikel mit deinen eigenen Bedingungen durchspielen willst: Demo buchen. Den grösseren Rahmen, von der ersten Vertragsfrage bis zur Governance, gibt der Legal AI Guide.


FAQ

Häufig gestellte Fragen zu Legartis.

Ein Chatbot beantwortet einzelne Fragen, und du koordinierst die Schritte selbst. Ein KI-Agent übernimmt einen beschriebenen Ablauf über mehrere Schritte, arbeitet nach den Standards des Unternehmens und legt alles, was ausserhalb dieser Standards liegt, einer benannten Person vor. Der Unterschied liegt in Auftrag, Standard und Grenze, nicht in der Sprachfähigkeit.

Ein Agent, der fremde Einkaufsbedingungen entgegennimmt, gegen das Playbook des Unternehmens prüft, annehmbare Abweichungen markiert, Gegenvorschläge formuliert und nur die Klausel mit Haftung ohne Obergrenze an den Head of Legal weitergibt. Weitere Beispiele aus dem Alltag von Rechtsabteilungen haben wir im Artikel zu KI-Agenten für juristische Aufgaben gesammelt.

Ab der Schwelle, die du festlegst. Sinnvoll sind Schwellen, die sich ohne Interpretation prüfen lassen: Haftung über einem festgelegten Wert oder ohne Obergrenze, Gerichtsstand ausserhalb freigegebener Länder, Vertragsstrafen, die das Playbook nicht kennt. Zur Schwelle gehört immer eine benannte Rolle, die entscheidet, und die Begründung, die der Agent mitliefert.

Er fällt unter die Verordnung, aber nach heutigem Stand nicht in eine Hochrisiko-Kategorie, solange er an Dokumenten arbeitet und keine Entscheidungen über Menschen trifft oder wesentlich beeinflusst. Sobald er Personalentscheidungen berührt, etwa Kündigungen bewertet oder Beschäftigte nach Verhalten einordnet, ändert sich das. Unabhängig von der Risikoklasse gilt schon heute die Pflicht, nach besten Kräften für ausreichende KI-Kompetenz der Menschen zu sorgen, die mit dem Agenten arbeiten. Die Hochrisiko-Pflichten aus Anhang III gelten nach dem Digital Omnibus ab dem 2. Dezember 2027. Details prüfst du mit deiner Rechtsberatung.

Der Agent selbst nie, er ist kein Rechtssubjekt. Die Verantwortung bleibt im Unternehmen, das ihn einsetzt. Entscheidend ist der Nachweis sorgfältigen Einsatzes: ein klares Mandat, eine gesetzte Grenze mit benannter Rolle und ein Verlauf, der jede Entscheidung des Agenten auf Anforderung und Dokumentstelle zurückführt.

Fünf Festlegungen vor dem ersten Vorgang: der Standard, gegen den geprüft wird, die Grenze mit Schwelle, Rolle und Begründung, der Kreis der Personen, die einreichen und sehen dürfen, die Regeln für das, was der Agent lernen darf, und der Bericht, mit dem du Grenze und Standard nachziehst. Dazu die Messung der Qualität pro Anforderung, damit du weisst, welche Schwellen du enger ziehen musst.

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