Intelligente Contract Solutions: Anwendungsfälle, Funktionalitäten und wie man sie bewertet (2026)

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Intelligente Contract Solutions sind Systeme, die Verträge von statischen Dokumenten in operationalisierte Entscheidungslogiken verwandeln. Sie erkennen Bedeutungen in Vertragstexten, wenden Standards (Policies/Playbooks) an und lösen daraus konkrete Schritte aus – zum Beispiel freigeben, eskalieren, Redlines vorschlagen, Pflichten nachverfolgen oder Reportings erstellen. Der Unterschied zwischen „smart“ und wirklich „intelligent“ liegt in der kontrollierten Entscheidungsfindung: Ergebnisse sind konsistent, nachvollziehbar, messbar – und auditierbar.

Ein praxisnahes Beispiel für einen Playbook-First-Ansatz ist der Legartis Contract Playbook Creator, der Vertragsstandards in strukturierte Playbook-Logik übersetzt und die KI-Qualität iterativ mit steuerbaren und messbaren KI-Qualitäts-Signalen validiert. 

Wir klären im Artikel, was der Markt unter „Intelligenten Contract Solutions“ versteht, zeigen dann, wie Käufer solche Systeme realistisch bewerten (Funktionen, Governance, ROI), und geben am Ende eine Checkliste für Pilot-Phasen an die Hand. Ziel ist nicht, „AI-Features“ aufzuzählen – sondern Entscheidungskriterien explizit zu machen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was „Intelligent Contract Solutions“ bedeutet (und was nicht)
  2. Intelligent Contract Solutions nach Teams (Finance, RevOps, Marketing, Legal, Procurement)
  3. Kernfähigkeiten: was „intelligent“ von „basic“ trennt
  4. Playbook-Automation: Von Standards zu Entscheidungen
  5. Qualität & Governance: Wie du falsche Sicherheit vermeidest
  6. ROI-Treiber: Wo Einsparungen und Risikoreduktion wirklich herkommen
  7. Buyer’s Checklist + Evaluation Scorecard 
  8. Implementierungs-Blueprint (90 Tage)
  9. FAQs

1. Was sind „Intelligente Contract Solutions“ (und was sind sie nicht)?

Ein Begriff für drei unterschiedliche Lösungstypen

In vielen Organisationen wird „Intelligente Contract Solutions“ als Oberbegriff für KI-gestützte Vertragsanwendungen verwendet – obwohl damit sehr unterschiedliche Software-Kategorien gemeint sein können. Wenn du zu Beginn sauber klärst, was du wirklich benötigst, vermeidest du später falsche Erwartungen (vor allem bei Pilot-Phasen mit Tool-Anbietern).

In der Praxis benennt man mit „Intelligenten Contract Solutions“ typischerweise diese drei Kategorien: 

  1. CLM-Plattformen mit KI (End-to-End Contracting + KI-Features)
  2. Contract-Intelligence-Tools (extrahieren, klassifizieren, benchmarken, zusammenfassen, scoren)
  3. Playbook-getriebene Vertragsprüfungs-Lösungen (Verträge gegen Regeln prüfen und Korrekturvorschläge erhalten)

Wenn jemand im Legal Team zum Beispiel meint „wir brauchen eine Intelligente Contract Solution“, ist die schnellste Klärungsfrage: Was soll das System denn können? Den Lifecycle managen, Vertragsdaten extrahieren/analysieren – oder Standards und Entscheidungen bei der Vertragsprüfung durchsetzen? 

Was es nicht ist

Diese Abgrenzung ist wichtig, weil angrenzende Konzepte häufig in denselben Topf geworfen werden – und das die Auswahl unnötig verzerrt.

    • Nicht „Smart Contracts“ (Blockchain) – anderes Konzept, häufige Verwechslung.
    • Nicht nur E-Signature oder Ablage – das digitalisiert die Ausführung, aber nicht Entscheidungen.
    • Nicht nur Zusammenfassungen - diese helfen beim Lesen; aber Contract Intelligence hilft bei der Frage: Was ist die nächste Massnahme?

Wenn die Kategorie klar ist, wird die nächste Frage zentral: Welche Outcomes sind für dich entscheidend – und wer profitiert zuerst? Selbst wenn Legal das Projekt treibt, entstehen messbare Effekte meist teamübergreifend (Durchlaufzeiten, Eskalationen, Risiko-Kontrolle, Planbarkeit).

2. Intelligente Contract Solutions für  verschiedene Teams

Finance Teams

Die Finance-Perspektive zwingt zur Messbarkeit: Wo beeinflussen Verträge Revenue-Timing, Audit-Exposure und finanzielles Risiko – nicht nur juristische Korrektheit?

Typischer Pain: Verzögerte Revenue Recognition, Risikoexponierung, Audit-Druck.
Was „intelligent“ bedeutet: Contract Scoring, strukturierte Extraktion von Umsatz-/Kündigungsklauseln, konsistentes Risiko Tagging, auditfähige Nachweise.

RevOps Teams

RevOps erlebt Vertragsarbeit als Pipeline-Reibung. Hier geht es um Sichtbarkeit, Ausnahmen und saubere Übergaben – damit Deals planbarer durchlaufen.

Typischer Pain: Deals bleiben in der Rechtsabteilung bei der Vertragsprüfung hängen, geringe Transparenz bei Ausnahmen, Pipeline-Abbrüche oder Unterbrüche.
Was „intelligent“ bedeutet: Ausnahme-Weiterleitung, Standard-Fallback-Positionen, Analyse der Durchlaufzeiten sowie Abstimmung zwischen den Teams.

Marketing Teams 

Marketing wird wichtig, wenn es den Kaufprozess in Großunternehmen schneller macht, indem es Vertrauen schafft und klare Standards liefert. Wenn Vertragsklauseln, Security-/Datenschutzinfos und Aussagen immer konsistent sind, gibt es weniger Rückfragen von Einkauf und IT-Sicherheit – und die Entscheidung fällt schneller.

Typischer Pain: Vertrauen aufbauen, Aussagen durchgängig konsistent halten, Reibung in Enterprise-Prüfprozessen reduzieren.
Was „intelligent“ bedeutet: Vertrauenssignale, konsistente Klauseln, schnellere Abstimmungsprozesse mit Einkauf und Informationssicherheit.

Legal Teams

Die Rechtsabteilung ist meist der Dreh- und Angelpunkt: Es geht nicht nur darum, mehr Verträge schneller zu prüfen, sondern vor allem darum, dass verschiedene Vertragsprüfende zu denselben Ergebnissen kommen – und dass man Ausnahmen nachvollziehbar erklären und im Zweifel auch verteidigen kann.

Typischer Pain: Steigendes Vertragsvolumen, immer wieder die gleichen Prüfungen bei geringem Risiko, und unterschiedliche Entscheidungen je nach Person.
Was „intelligent“ bedeutet: Prüfstandards konsequent durchsetzen (Playbooks), Abweichungen von Standards erkennen, klare Eskalationsregeln anwenden, Qualität messbar prüfen, Entscheidungen lückenlos dokumentieren (Prüfspur/Audit Trail).

Procurement Teams

Procurement bringt die Skalierungs-Perspektive: Viele kleine Abweichungen in Lieferantenbedingungen addieren sich über die Zeit zu mehr Risiko und höheren Kosten. „Intelligent“ heißt hier: Abweichungen schnell und einheitlich erkennen – und sie strukturiert zur weiteren Bearbeitung weiterleiten.

Typischer Pain: Sehr viele Abweichungen in Lieferantenklauseln, versteckte Haftungsrisiken, langsame Freigaben.
Was „intelligent“ bedeutet: Lieferantenklauseln vergleichen/benchmarks setzen, Abweichungen sichtbar hervorheben, Ausnahmen gezielt weiterleiten, Pflichten und Verlängerungen (Renewals) systematisch nachverfolgen.

Teamübergreifend gilt: Ergebnisse sind nur dann wirklich wertvoll, wenn du sie in konkrete Fähigkeiten übersetzen kannst, die im Pilot messbar und nachweisbar funktionieren. Genau darum geht es im nächsten Kapitel.

3. Kernfunktionalitäten: Was „intelligent“ von „basic“ trennt

Fast jeder Anbieter kann in einer Demo beeindruckende Ergebnisse zeigen. Entscheidend ist aber, ob diese Ergebnisse unter realen Bedingungen stabil bleiben. Mit echten Dokumenten, mit echten Abweichungen oder echten Sonderfällen. Die folgende Übersicht ist ein pragmatisches Reifegradmodell. Kann ein Anbieter diese Punkte im Pilot-Projekt nicht nachweisen, ist „intelligent“ oft nur ein Etikett.

Funktion Was "intelligent" ist Warum das wichtig ist
1 Dokumentenübernahme  PDF/Word/E-Mail-Import + Erfassung von Metadaten Spart manuelle Vorbereitung
2 Klausel- & Datenextraktion Hohe Präzision + nachvollziehbar bis zur Textstelle Verhindert stille Fehler
3 Kontextbasierte Risikoerkennung Nicht nur Keywords; versteht Bedeutung Reduziert übersehene Risiken
4 Playbook-/Standard-Durchsetzung Regeln mit Policy-Bezug + Fallback-Logik Sichert konsistente Entscheidungen
5 Vorschläge für Redlines Änderungen passend zu Playbook-Positionen Beschleunigt Verhandlungen
6 Workflow-Automatisierung Freigaben, Weiterleitung, Eskalationen, SLAs Beseitigt Engpässe
7 Pflichtenmanagement Pflichten, Fristen, Verlängerungen tracken Verhindert „Leckagen“/Versäumnisse
8 Analysen (Analytics) Durchlaufzeiten, Abweichungen, Klausel-KPIs Ermöglicht Steuerung & Governance
9 Security & Compliance SSO, Zugriffskontrollen, Datahosting-Optionen Ermöglicht Einführung/Roll-out auf Enterprise-Level
10 Qualitätskontrollen Testsätze, Scoring, Audit Trails Verhindert falsche Sicherheit

Interpretationshinweis: Die Funktionen 1–9 entscheiden, ob das Tool im Alltag überhaupt nützlich ist. Die Funktion 10 ist wichtig, wenn man dem Tool im großen Maßstab vertrauen will. Deshalb konzentriert sich der nächste Abschnitt auf Playbooks und den "intelligenten Layer“, denn aus diesem resultieren verbindliche, durchsetzbare Entscheidungen. 

4. Playbook Automation: Von Standards zu Entscheidungen (der “intelligente Layer”)

Der Kern ist simpel: Verträge werden erst dann wirklich operativ nutzbar, wenn Standards explizit formuliert und konsequent durchsetzbar sind. Genau dafür sind Playbooks da: Sie übersetzen Standards in klare Regeln, die einheitlich angewendet werden können – unabhängig davon, wer prüft, in welcher Region und bei welchem Vertragstyp.

Ein Contract Playbook ist euer internes Regelwerk: bevorzugte Klauseln, Fallback-Positionen, Eskalationspfade und klare Deal Breaker.

Der Legartis Contract Playbook Creator zeigt, wie eine agentische Playbook-Erstellung bestehende Verträge analysieren kann, um Klauseln zu standardisieren, Fallback-Positionen vorzuschlagen und Eskalationslogiken direkt in die Playbook-Erstellung einzubetten.

Warum Playbooks entscheiden, wie nützlich KI für die Vertragsprüfung ist

Viele Enttäuschungen mit Vertragsprüfungs KI entstehen dort, wo „intelligentes Lesen“ nicht zu „standardisiertem Entscheiden“ führt. Solange Standards nur implizit im Kopf einzelner Personen existieren, kann der Output zwar plausibel wirken – produziert in der Praxis aber uneinheitliche Entscheidungen und damit neue Risiken.

Ohne Playbook (oder gleichwertig: ohne explizite, codierte Standards) führt KI zur Vertragsprüfung typischerweise zu:

  • inkonsistenten Risikoeinstufungen, weil die Bewertungsmaßstäbe nicht eindeutig festgelegt sind,
  • Redline-Vorschlägen, die eurer Verhandlungsposition widersprechen,
  • „hilfreichem“ Zusatztext, der am Ende die Review-Zeit erhöht, weil alles trotzdem nachgeprüft werden muss.

Intelligente Playbooks als Muster im Markt

Um genau diese Lücke zu schließen, verschiebt sich der Markt: Playbooks werden nicht mehr als statische PDFs verstanden, sondern als Brücke zwischen Standard und Ausführung. Dadurch werden sie auch außerhalb von Legal nutzbar – über geführte Prüfungen (Guided Reviews) und skalierbare Durchsetzung der Standards über alle Unternehmensabteilungen hinaus. 

Intelligente Vertragslösungen Lebenszyklus + Entscheidungsebene Vertragslebenszyklus Entwurf Prüfung Verhandlung Unterzeichnung Verwaltung Intelligenzschicht • Klauseln & Pflichten extrahieren • Playbook-Regeln anwenden (bevorzugt + Fallback) • Workflows auslösen (freigeben / eskalieren / redlinen) • Qualitätskontrollen (Tests, Scoring, Audit Trail) • Analysen (Durchlaufzeit, Abweichungen, KPIs) • Sicherheit & Governance (Rollen, Datenresidenz, Aufbewahrung)

Warum Legartis genau in dieses Schema passt

Ein Playbook-First-Ansatz zielt darauf ab, Standards so zu definieren, dass daraus klare, wiederholbare Review-Entscheidungen entstehen – statt nach einer KI-Zusammenfassung den entscheidenden Schritt dem Bauchgefühl zu überlassen.

Agentische Legal AI Lösungen wie der Legartis Contract Playbook Creator setzen genau hier an: Standards werden als System aus Anforderungen, Fallback-Positionen und Eskalationslogik operationalisiert, sodass Vertragsprüfungen konsistent skalieren – unabhängig von Person, Team oder Vertragstyp. Und die KI für Vertragsprüfung von Legartis ist ein gutes Beispiel dafür, wie Playbooks die Prüf-Ergebnisse für Legal-, Sales- und Procurement-Teams steuern. 

Sobald Playbooks zur Entscheidungsebene werden, wird Vertrauen zum Engpass: Wenn ein System selbstsicher falsche Entscheidungen trifft, reduziert Automatisierung das Risiko nicht – sie vervielfacht es. Deshalb sind die folgenden Governance- und Kontrollmechanismen absolut zentral.

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Unverzichtbare Kontrollmechanismen 

  1. Schwellenwerte für Entscheidungssicherheit + sichere Fallbacks
    • Was passiert bei Unsicherheit? Wenn ein System trotz „Unsicherheit“ eindeutige Entscheidungen ausgibt, steigt das Risiko massiv.
  2. Testsätze und messbare Leistung
    • Ohne Tests mit repräsentativen Verträgen und ohne messbare Leistungswerte kannst du Risiken nicht steuern.
  3. Prüfspur (Nachvollziehbarkeit)
    • Das System muss belegen können welcher Text erkannt, welche Regel angewandt, warum eskaliert und was genau geändert wurde.
  4. Playbook-Governance
    • Klare Verantwortlichkeiten, Änderungsprotokolle und feste Review-Zyklen – sonst skalierst du veraltete Standards.

Ein konkretes Beispiel für diese Kontrollmechanismen beschreibt der Artikel "Legartis lanciert den Contract Playbook Creator".  Dort wird die automatische Playbook-Erstellung mit iterativer Überprüfung über Testsätze und einem transparenten Qualitätswert kombiniert.

6. ROI-Treiber: Woraus wirklich Einsparungen und Risikoreduktion resultieren

Vermeide vage ROI-Versprechen. Binde Ergebnisse an messbare Veränderungen:

  1. Durchlaufzeit: Von Tagen zu Stunden
    • Schnellere Weiterleitung, weniger Review-Schleifen, weniger Hin und Her.
  2. Kapazität der Vertragsprüfenden: Mehr Verträge pro FTE
    • Legal kann sich auf Ausnahmen und High-Risk-Klauseln konzentrieren.
  3. Abweichungsquote: Weniger nicht standardkonforme Klauseln werden akzeptiert
    • Echte Risikoreduktion entsteht durch konsequente Durchsetzung von Standards.
  4. Pflichten-Compliance: Weniger verpasste Fristen und Verlängerungen
    • Besonders relevant bei Kauf-, SaaS- und regulierten Verträgen.
  5. Verhandlungsstärke: Klare Standard- und Fallback-Positionen
    • Starke Playbooks reduzieren schleichende Zugeständnisse

Ein einfacher Realitätscheck wäre, wenn du dich fragst: Wo genau spart ihr im Alltag wirklich Zeit? Wenn am Ende trotz allem jede KI-Ausgabe ausführlich manuell geprüft werden muss, ist die Arbeit nicht verschwunden – sie wurde nur vom Lesen zum Kontrollieren verschoben.

Darum ist die Entscheidungslogik die echte Weichenstellung und hilft, Zeitfallen zu umschiffen. Standardfälle sollten schnell und nachvollziehbar freigegeben werden. Abweichungen werden – je nach klar definierten Schwellenwerten – entweder an die richtige Stelle eskaliert oder direkt mit passenden Änderungsvorschlägen (Redlines) versehen.

Genau so wird die Playbook-Automatisierung als Hebel positioniert, um Vertragsprüfungen über alle Vertragsarten zu ermöglichen und so die Belastung für die Rechtsabteilung zu senken.

Playbook-gesteuerte Vertragsprüfung Entscheidungsfluss 1) Vertrag übernehmen (PDF / Word) 2) Klauseln extrahieren + Kontext 3) Abgleich mit Playbook-Regeln Entscheidung OK → freigeben / Schnellfreigabe Keine wesentlichen Abweichungen erkannt Abweichung → redlinen / eskalieren Weiterleitung an Verantwortliche je nach Schwellenwerten Hinweis: „Intelligent“ erfordert Qualitätskontrollen (Schwellenwerte für Entscheidungssicherheit, Testsätze, Prüfspur).

Nachdem Entscheidungslogik und ROI-Hebel klar sind, wird die Anbieterbewertung deutlich einfacher. Der nächste Abschnitt ist ein Copy/Paste-Toolkit, mit dem du Anbieter schnell qualifizieren und ein Pilot-Projekt sauber aufsetzen kannst.

7. Buyer’s Checklist + Evaluation Scorecard 

10 Fragen zur schnellen Qualifikation 

  1. Welche Vertragstypen werden „out of the box“ unterstützt?
  2. Kann das System ein Playbook während der Vertragsprüfung durchsetzen, statt nur ein PDF zur manuellen Orientierung bereitzustellen?
  3. Wie wird Qualität gemessen (Tests, Scoring, Audit Trails)?
  4. Was passiert bei niedriger Sicherheit: Wird eskaliert oder „geraten“?
  5. Können Fallback-Positionen nach Region/Entity/Business Unit variieren?
  6. PDF vs. Word: Wie gross ist der Unterschied in der Funktionalität?
  7. Integrationen: CLM, CRM, DMS, E-Sign, E-Mail?
  8. Security: SSO, Rollen, Verschlüsselung, Datenresidenz, Retention?
  9. Time to Value: Wie lange dauert ein Pilot-Projekt, und was gilt als „fertig“?
  10. Pricing: Ist der Preis bei Skalierung planbar?

Evaluations-Scorecard 

Kriterien Gewichtung Worauf zu achten ist
Durchsetzung des Playbooks  20% Automatisierte Abweichungsprüfungen, Weiterleitung, Redline-Vorschläge
Qualitätskontrollen 20% Testsätze, Scoring, Auditierbarkeit/Nachvollziehbarkeit
Genauigkeit & Abdeckung 15% Vertragstypen, Sprachen, Formate
Passt es zum eigenen Workflow 15% Word-Integration, Plattformunabhängig, CLM-Integration
Security & compliance 15% SSO, Verschlüsselung, Datenresidenz-Optionen
Analytics 10% Abweichungen, Durchlaufzeit, KPIs
Gesamtkosten 5% Lizenzierung + Implementierung

Möchtest du live sehen, wie das in der Praxis funktioniert? Von einer hoch standardisierten Playbook-Durchsetzung, zu messbarer Qualitätskontrolle und  auditierbaren Entscheidungswegen? Buche eine Demo mit Legartis und wir gehen reale Beispiele entlang eurer Standards durch.

Pilot-Erfolgsmetriken (für den Kick-off)

  • Median der Vertragsprüfungs-Durchlaufzeit
  • Anteil der Verträge: Schnellfreigabe (Fast-Track) vs. Eskalation
  • Qualität der Abweichungserkennung: Stichprobe plus Prüfspur (Audit Trail)
  • Zeitersparnis der Reviewer: Selbsteinschätzung plus Messung
  • Vollständigkeit der Pflichtenerfassung: Fristen, Verlängerungen, Pflichten

Die Auswahl ist nur die halbe Arbeit. Die andere Hälfte ist konsequente Umsetzung im Rollout. Der nächste Abschnitt beschreibt dafür einen pragmatischen 90-Tage-Pfad: Klein starten, Qualität validieren, dann schrittweise ausrollen.

8. Implementierungs-Blueprint: Ein realistischer 90-Tage-Pfad

Tage 1–14: Umfang festlegen und Standards definieren

  • Einen Vertragstyp wählen: NDA oder ein gängiges MSA-Template.
  • „Goldene Regeln“ im Playbook festlegen: bevorzugte Position (Preferred), Ausweichposition (Fallback), rote Linie (Deal Breaker).
  • Eskalationsschwellen definieren: Wer darf was freigeben – und ab wann muss eskaliert werden?

Tage 15–45: Pilot durchführen und Qualität absichern

  • Ein repräsentatives Set einspielen: aktuelle Verträge, unterschiedliche Gegenparteien, typische Ausnahmen.
  • Direktvergleich testen: manuelle Prüfung vs. System-Ausgabe.
  • Fehlerarten systematisch erfassen: False Positives, False Negatives, Mehrdeutigkeiten.
  • Schwellenwerte für Entscheidungssicherheit und Sicherheitsnetz festlegen: ab wann „sicher genug“, und was passiert bei Unsicherheit?

Tage 46–90: Workflow integrieren und ausrollen

  • In den Alltag integrieren: z. B. über Word-Add-in und/oder CLM.
  • Reviewer auf Ausnahmen trainieren: Fokus auf Beurteilung und Eskalation – nicht auf „Knöpfchen drücken“.
  • Playbook-Governance etablieren: klare Verantwortliche, Änderungsprotokoll, monatlicher Review-Zyklus.

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9. Frequently Asked Questions

Was sind Intelligente Contract Solutions?

Intelligent Contract Solutions sind Systeme, die Verträge nicht nur analysieren, sondern daraus nachvollziehbare Entscheidungen ableiten: Sie erkennen relevante Klauseln, wenden eure Standards (Policies/Playbooks) an und lösen definierte Schritte aus – etwa Freigabe, Eskalation, Redline-Vorschläge, Pflichtennachverfolgung oder Reporting.

Worin unterscheidet sich das von CLM (Contract Lifecycle Management)?

CLM steuert den Vertragslebenszyklus (Erstellung, Verhandlung, Unterzeichnung, Ablage). Intelligent Contract Solutions gehen einen Schritt weiter: Sie setzen Standards in der Prüfung als Entscheidungslogik um und automatisieren daraus resultierende Aktionen (z. B. Fast-Track vs. Eskalation) – idealerweise inklusive Qualitätsmessung und Auditierbarkeit.

Brauchen wir zuerst ein Playbook?

Ihr braucht klare, explizite Standards – ein Playbook ist dafür die praktikabelste Form. Es definiert bevorzugte Positionen, zulässige Abweichungen (Fallbacks) und Eskalationsregeln. Ohne solche Regeln kann ein System zwar Texte auswerten, aber keine konsistenten, steuerbaren Entscheidungen treffen.

Was ist das grösste Risiko bei Vertragsprüfung mit KI?

Das grösste Risiko ist falsche Sicherheit: Ergebnisse wirken plausibel, sind aber in entscheidenden Punkten falsch oder unvollständig. Deshalb sind Sicherheitsmechanismen zentral: klare Schwellenwerte für Unsicherheit, Eskalation statt „Raten“, Tests mit repräsentativen Verträgen sowie ein Audit Trail, der jede Entscheidung auf Textstellen und Regeln zurückführt.

Was sollten wir in einem Pilot unbedingt messen?

Miss die Durchlaufzeit der Prüfung, den Anteil automatisch freigegebener Fälle (Fast-Track) gegenüber Eskalationen, die Qualität der Abweichungserkennung (mit nachvollziehbarer Begründung), die tatsächlich eingesparte Review-Zeit sowie die Vollständigkeit bei der Erfassung von Pflichten (Termine, Verlängerungen, Verpflichtungen).

Wie lange dauert ein typischer Playbook-Durchlauf vom Upload bis zur Freigabe?

Das hängt von Vertragstyp, Dokumentqualität (Word vs. PDF), Anzahl Regeln und Eskalationswegen ab. In einem gut definierten Setup können Standardfälle in Minuten geprüft und freigegeben werden; Abweichungen dauern länger, weil sie Redlines, Rückfragen oder Eskalationen auslösen. Entscheidend ist, dass der Prozess klare Schwellenwerte und Verantwortlichkeiten hat, damit Ausnahmen nicht im System „hängen bleiben“.

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